Quidlitz / Silice
Geschichte des Dorfes Quidlitz
Ursprünglich gehörte das Gebiet zur Particken. Am 21.08.1375 urkundete das Domkapitel ein Kauf von 10 Hufen durch Burggraf von Allenstein Nikolaus Kunras von Kyrpeyn, von Söhnen des verstorbenen Peterken, den Lokator von Patricken. Das Gebiet nannte sich erstmal Cuculnig. Den gleichen Namen trug erstaunlich auch der Leinauer See. Denn richtigen Namen gab der im 15. Jahrhundert der Besitzer Ernst Quedlitz. Sein Sohn Andreas starb am 1. April 1494 in Bogdainen. Aus der Gründungsurkunde kann man entnehmen, dass es kein Dorf war, sondern ein Gut. Die Bezeichnung villa (Dorf, Ortschaft) Cuculnig tauch nochmals auf am 31.05.1420 mit Verleihung von 6 Waldhufen an das Gut Klaukendorf. Im 17. Jahrhundert war Quidlitz einige Jahre als Vorwerk des Domkapitels. Vorwerk bedeutet, dass das Land sowie die Gebäude dem Domkapitel gehörten. Das Vorwerk leitete ein Verwalter, der Hofmann genannt wurden, und die Landarbeiter waren keine Bauern, sondern Tagelöhner. Das Vorwerk beschäftigte außer Dem Hofmann, noch eine Hofmutter, ein Knecht, 2 Mittelknechte, 2 Mägde, 1 Schweinehirt und 1 Viehhirt. Das Vorwerk hatte die Aufgabe, den Tisch des Schlosses mit Lebensmitteln zur beliefern, den neu ankommenden Siedlern, oder durch Feuer geschädigten Bauern mit Inventar und Saatgut zur versorgen. Im Jahre 1684 wurde das Vorwerk aufgelöst und in einen Zinsdorf mit 30 Hufen mit einer Mühle umgewandelt. Bei der Eingliederung des Ermlandes in den Preußenstaat, wurde es ganannt“ Königliches Dorf“. In einem Brief vom Pfarrer von Ludwich vom Ende des 18. Jahrhundert wird geschrieben: Das ehemalige Dorf Quidlitz, das jetzt in einer Kolonie umgewandelt ist, und die Einwohner dieser Kolonie, gleich den anderen Kolonien, nach der zahl der Hufenden Zehnten geben, nach alter Überlieferung. Inzwischen berichtet der Burggraf, dass Quidlitz seit ältester zeit im Stand von Vasallen war und ist und nur einen Scheffel Weizen und einen Scheffel als Zehnten zu geben hat. Ebenso sind auch Sombien und Mauden von Natur aus Vasallen und geben seit ältester Zeit einen Scheffel Korn und einen Scheffel Hafer. Im Jahr 1772 in den Steuerregistern ist vermerkt, dass in Dorf waren 6 Zinsbauern nach dem Kulmischen Recht in den 1 Schulzen Anton Lincka, 2 Gärtner, 7 Personen die Scharwerk leisten müssten, 1 Schwein- und Viehhirt, 1 Pferdehirt, und 3 Frauen als Tageslöhnerinen. Das Dorf hatte 14 Feuerstellen und 92 Einwohner.
Eine Sensation und Aufsehen Anfangs des 19. Jahrhunderts verursachten die Einwohner von Quidlitz und Fittigsdorf, die einfach abgelehnt haben Scharwerkdienste auf der Königlichen Domäne in Klein Bertung zur leisten. Diese Absage bewegte den Nachfolger des Burggrafen, den königlichen Pächter der Domäne, den Justitiar Kaufmann in Allenstein, Das Domänenkammer in Königsberg und die Preußische Regierung in Berlin. Nach den Königlichen Dekret, die Dörfer dürften sich von den Scharwerksdiensten freikaufen durch Zinszahlung und Naturabgaben. Jedoch 2 tage im Jahr waren Pflicht. Einige Dörfer wie: Likusen, Rosgitten, Wengaiten, Skaibotten, Fittigsdorf, insgesamt 62 Bauern darunter 6 aus Quidlitz, lehnten diese Anordnung strickt ab. Es waren viele Dörfer die diese Regelung gut fanden und akzeptierten. Durch den Widerstand, wollten einige Dörfer, so wie Quidlitz, noch bessere Bedingungen erreichen.
Das Dorf Quidlitz lag 10 km von der Domäne Klein Bertung entfernt. Die 6 Bauern dort mussten jährlich 72 Spann- und 48 Tage Handdienste leisten. Diese Bauern gehörten zu den wohlhabendsten in der ganzen Umgebung, und besaßen fast lauter Weizenboden. Das waren die Bauern: Joseph Schulz, Joseph Skrzypski, Peter Langkau, Andreas Schulz, Witwe Laskowski und Joseph Jackowski. Deswegen wurden diese Bauern die Zahlung des höchsten Befreiungsgeldes auferlegt. 48 Groschen für ein Spann- und 24 Groschen für ein Handdienst leisten.
Als das königliche Dekret am 1. Juni 1805 in Kraft getreten ist, beschlossen einstimmig alle Bauern, dass sie die Scharwerksdienste und Befreiungszahlungen ablehnen. Es wurde der Reitergendarm Schilewsky gerufen um die in die Pflicht zu nehmen, jedoch ohne Erfolg. Die Bauern reisten zweimal nach Königsberg und schrieben eine Petition na dem König. Zwei mal wurde Militärexekution angewandt, dh. Bei jedem Bauer wurde ein Soldat einquartiert, aber auch ohne Ergebnis. Der Justitiar Kaufmann aus Allenstein hatte die Aufgabe festzustellen, wer lenkt diese Aktion. Auf der Dorfversammelung erschienen nur zwei Bauern, die übrigen sind zum Pferdemarkt nach Woritten gefahren. In der Zwischenzeit verlangte der französischer Marschall Devuot von den Allensteiner Behörden Fuhrtransporte für das Militär. Der Generalpächter wandte sich an die Dörfer, die vom Scharwerkdienst nicht befreit waren. Einige Dörfer waren vollständig ausgeplündert, da befahl Vonhoeffen den Dörfern Quidlitz, Fittigsdorf und Skaibotten die Last zu übernehmen. Alle drei Dörfer lehnten diesen befehl ab und traten den Dienst nicht an. Die Auseinadersetzung zog sich noch bis zum Jahr 1816, und was naher geschah, gibt es keine Unterlagen.
Der Napoleonische Krieg musste sehr grausam sein. Die Franzosen, plünderten Lebensmittel, Inventar, terrorisierten die Bevölkerung, so dass die Zahl der Einwohner im Kirchspiel Kleeberg ist von 788 auf 154 zurückgegangen.
Eine radikale geografische Änderung ist nach der Separation, Mitte des 19 Jh. erstanden. Der Wasserspiegel des Groß-Kleeberger-Sees wurde um 1 m abgesengt, und er schrumpfte von 400 auf 271 ha, um Wiesen zu erlangen. Der Patricker-See oder Seewiesen genannt, wurde vollständig ausgetrocknet und in Graswiesen umgewandelt. Mitten durch das Dorf wurde der Elisabethkanal bebaut um Wartenburg vor Überschwemmungen zur bewahren. Der Widerstand der Bauern hatte den Bau nicht verhindert. Die Seen sind in die Allensteiner Corporation übergegangen. Das Privileg in beiden Seen für eigenen Bedarf zu fischen wurde aufgehoben, durch Zahlung einer billigen Entschädigung. Den südlichen Teil des Dorfes, bedeckte dichter Wald. Durch Rodungen sind 1 Gut und 3 Bauerhöfe entstanden. Nach der Verwaltungsreform 1925, wurden die Patricker Seewiesen – 75,3 ha, Kestroysee – 25,7 ha und der Koschnickfluß – 0,5 ha den Dorf angeschlossen. Im Jahre 1919 wurde die Schule fertig gestellt. Der einzige Lehrer bis zum Kriegsende war Johann Hermanowski, der in Russland gestorben ist.
Ein Exodus 1945, nach Einmarsch der Roten Armee, war die schwerste Tragödie in der Geschichte des Dorfes.
Von 182 Einwohnern am Ende des Krieges, sind an Ort und Stelle 3 Personen ermordet, 18 sind nach Russland deportiert, und kamen nicht mehr zurück. 5 sind als Soldaten gefallen und 5 Personen auf der Flucht und anderer Umstände ums Leben gekommen.
Die Einwohnerzahl Betrug:
1861 – 146
1871 – 167
1885 - 170
1895 - 192
1905 - 166
1910 - 166
1925 - 173
1944 - 182
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Tel./Fax: 00 48 89 / 512 41 60
com: 00 48 89 / 602 739 514
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Kontakt:
Józef Nakonieczny
Tel.: 00 48 89 - 534 63 49 com. 698 995 146
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Kontakt:
Józef Nakonieczny
Tel.: 00 48 89 - 534 63 49
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